Gegend: Ost-Lorit
Ort: Quen (eben, an einem Fluss liegend)
Voller Euphorie hat sie auch schon zu einer Einweihungsfeier viele ihrer Freunde bei den letzten Treffen persönlich eingeladen.
In 3 Tagen ist es soweit, aber sie hat sich wohl ein wenig überschätzt ... die Handwerker sind beileibe noch lange nicht fertig, nicht ausgepackte Kisten und Körbe stapeln sich in der Scheune, die Suche nach Bediensteten lässt ihr das eine oder andere neue graue Haar wachsen (wie sie grimmig bei einem Blick in den Spiegel feststellt), und dann muss sie noch ... und das auch noch ... und das ist immer noch nicht da ... und außerdem ist das große Gästezimmer belegt mit ihren kleinen empfindlichen Tierchen ...
"Na das geht sich nix mehr aus" sagt sie zum 10. Mal. "Aber die sind alle schon beim Packen, disznusag! Kann ich doch unmöglich absagen. Na, was machen wir da ... na, dann werden wir eben nehmen das kleine Jagdhaus. Dort schöne gemütlich und ich muss nix richten. Oh mei, aber dann schnell noch eine Briefele schicken damit Freunde nicht landen in dem Chaos da!"
Leicht hektisch sucht sie nach Papier und Feder "Wo is denn das blede Zeug...", schiebt allen möglichen Krempel am Tisch auf einen Haufen und schreibt ... schreibt ... den ganzen Tag lang "Was hab ich nur viele Freunde ...".
Endlich fertig - sofort eilt sie in den Stall, zum Taubenschlag. Vorsichtig befestigt sie einen Brief nach dem anderen an den Beinen ihrer schneeweißen Lieblinge. Einer jeden streicht sie zart übers Gefieder, und flüstert ihr in einer seltsamen Sprache Worte zu: "Djorschan, dragam, djorschan. Tudot - fontosch - tudot. Baratnönak Indiria!" Kaum hört eine Taube das letzte Wort (das einzige, das sich bei jeder Taube ändert), flattert sie aufgeregt und zielstrebig davon.
Erschöpft, mit zerzausten Haaren (das sonst unerlässliche Kopftuch liegt wer weiß wo), sinkt sie auf einen Heusack und schläft augenblicklich ein ... im Stall ...Statistik:Verfasst von Alena — Fr 22. Nov 2013, 00:26
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